Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“

Dialog zur Lebensmittelver(sch)wendung

Bildunterschrift v.L.: Horst-Günter Scheer, Koordinator für die Dithmarscher Tafeln der hoelp GmbH und Rainer Carstens, Geschäftsführer der Firma Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. Dirk Sopha, Geschäftsführer Abfallwirtschaft Dithmarschen GmbH (AWD) werben für mehr Lebensmittelwertschätzung.

Vom 22. bis zum 29. September 2020 findet unter dem Motto „Deutschland rettet Lebensmittel!“ auf Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie der Ministerien der Länder eine bundesweite Aktionswoche statt. Sie widmet sich dem Thema Lebensmittelwertschätzung in allen Sektoren der Lebensmittelversorgungskette.

 

Jährlich landen entlang der Lebensmittelversorgungskette knapp zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Verursacher sind neben den Erzeugern, also dem produzierenden und dem verarbeitenden Gewerbe, auch der Handel und ganz wesentlich die Verbraucher. Durchschnittlich werfen private Haushalte pro Kopf und Jahr rund 75 kg Lebensmittel weg. Hierzu gehören im Wesentlichen Obst und Gemüse, aber auch Brot und Backwaren sowie (zu viel) zubereitete Speisereste.

 

„Uns als  Abfallwirtschaft Dithmarschen ist das Thema Lebensmittelwertschätzung  und der Umgang mit den Ressourcen schon lange eine Herzensangelegenheit“ sagt  Dirk Sopha, Geschäftsführer der AWD. Analysen der Restmüll- und Bioabfalltonnne haben ergeben, dass allein in Dithmarschen jährlich über 1.500 Tonnen verpackte Lebensmittel entsorgt werden. Die AWD hat die Aktionswoche als willkommenen Anlass genommen, zu einem Dialog zur Lebensmittelver(sch)wendung einzuladen.

 

Rainer Karstens vom Westhof: „Der Schlüssel zum Wohlstand ist ausreichend Essen und Trinken“. Um in seinem Betrieb keine Ressourcen zu verschwenden und Gemüse nur in so großen Mengen anzubauen, dass es nicht zur Überproduktion kommt, bewältigt der  Gemüseanbaubetrieb einige Herausforderungen: Einhaltung der EU-Vorgaben bei der Größe des Handelsgutes und deren Verpackung sowie rechtzeitige und einwandfreie Lieferung der Ware an die Handelsketten.

 

Lebensmittel sind Mittel zum Leben. Das wissen vor allem die Menschen zu schätzen, die auf die Dithmarscher Tafeln angewiesen sind. Daher stellt Horst-Günter Scheer, Tafel-Koordinator der hoelp, auch die Norm-Vorgaben in Frage. „Wir freuen uns über alle Lebensmittel, die im Handel nicht mehr veräußert werden können. Egal, ob die Gurke krumm ist oder die Banane gerade, bei uns muss nicht alles marktkonform sein.“

 

Alle Mitwirkenden waren sich einig, dass Lebensmittel mehr Wertschätzung verdienen und der Dialog auch in Zukunft fortgesetzt werden soll. Besser verwenden als verschwenden.

 

Weitere Informationen und tolle Rezepte zur Restverwertung sind unter: „zugutfuerdietonne.de“ zu finden.