Unsere Projekte

Deckel gegen Kinderlähmung - 2. Dithmarscher Nachhaltigkeitsforum

Seit Mitte der 1980er Jahre engagiert sich Rotary International im Kampf gegen Kinderlähmung. In Dithmarschen werden seit Anfang 2015 Kunststoffdeckel gesammelt, deren Verkaufserlöse gespendet werden, um Impfungen finanzieren zu können.

Vor diesem Hintergrund luden der Kreis Dithmarschen, der Rotary Club Brunsbüttel und die Abfallwirtschaft Dithmarschen alle Interessierten zum zweiten Dithmarscher Nachhaltigkeitsforum am 14. März 2017 um 18 Uhr ein. Zwei Jahre nach Beginn der Deckelsammlung mit dem Thema END POLIO NOW wurde eine Zwischenbilanz gezogen. Zudem sollte die Veranstaltung über Kinderlähmung und über andere ansteckende Krankheiten informieren. Um diesem vielschichtigen Thema Rechnung zu tragen, wurden Gäste eingeladen, die das Thema aus unterschiedlicher Perspektive beleuchteten.

Den Auftakt machte Dennis Kissel, der Ideengeber der Deckelsammlung und Vorsitzender von Deckel drauf e.V., einem Verein, der sich um die bundesweite Sammlung und Vermarktung der Deckel kümmert. Jörg Lassen vom Rotary Club Brunsbüttel gab einen Überblick über die Deckelinitiative in Dithmarschen. Matthias Schütt, Redakteur beim PolioPlus-Newsletter erläuterte die Kampagne „END POLIO NOW – stoppt Kinderlähmung jetzt!“ und stellte die Verbindung von Rotary International zur Bill & Melinda Gates Foundation, WHO und UNICEF dar. Kinder- und Jugendmedizinerin Dr. Christiane Seitz vom WKK Heide, informierte über die Bedeutung von Impfungen. Abschließend berichtete Jens Siewert als Vorsitzender des Polio Landesverbandes über das Leben mit Kinderlähmung aus Sicht eines Betroffenen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Fotoausstellung „Polio plus“ von Jean-Marc Giboux über die Geschichte von Polioopfern bis hin zu Bildern mit glücklichen und stolz geimpften Kindern.


Kleiner Anstoß - große Wirkung

Als der fünfjährige Jonte von Levern von der Aktion hörte, hat er gleich seinen Vater mit eingespannt, zum Sammeln in dessen Firma. Und das war ein echter Glücksfall. Kollegen von Jontes Vater haben nämlich Kontakt zu einer Raffinerie von Shell Deutschland Oil in Hamburg und wussten, dass dort 95.000 Deckel lagerten. Eine Fehlproduktion, nicht zu gebrauchen, aber nagelneu. Als Transporteur fand sich ein Freund von Jontes Vater. So konnte diese Großspende zur Verwertung übergeben werden.

Um eine Impfung zu bezahlen, braucht es etwa 500 Deckel. Der Erlös wird also für 190 Impfungen reichen.  


Stadtwette Meldorf: Glückwunsch in die Domstadt!

Wetten, dass die Stadt Meldorf es bis zum 20. November 2015 nicht schafft, 375.000 Deckel (= 750 Impfungen) für die Aktion "Deckel gegen Polio" zu sammeln. Hiermit forderte AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha die Bürgermeisterin Anke Cornelius-Heide beim Markt der Nachhaltigkeit am 5. Juni 2015 heraus. Für den Fall, dass die Stadt Meldorf das Ziel schneller erreichen würde, würden die AWD und der Rotary Club Brunsbüttel 3 € / Tag für den Verein Deckel-drauf e.V. spenden.

Die Zahl 375.000 wurde nicht zufällig gewählt. Für eine Impfung wird der Erlös von 500 Plastikdeckeln benötigt. Anlässlich des 725-jährigen Stadtjubiläums in 2015 wurde vorgeschlagen, 750 Impfungen zu ermöglichen, sodass diese sechsstellige Zahl dabei heraus kam.

Viele Kräfte wurden mobilisiert und es hat sich gelohnt. Bis zum 20. November kamen sechs randvolle Container mit 500.000 Deckeln zusammen. Hier hat die Stadt nachhaltiges Engagement bewiesen.

Am 13. November war die Wette gewonnen. Statt nur 21 Euro spendeten die AWD und Rotary je 200 Euro. Auf dieselbe Idee kam der Meldorfer Angelo Nikosia und hat sich spontan erklärt, ebenfalls diese gute Sache zu unterstützen. So kamen bei der Wette viermal 750 Impfungen gegen Kinderlähmung zusammen.

Kinderlähmung ist eine ansteckende Krankheit, aber mit einer Impfung kann ein lebenslanger Schutz erreicht werden.


"Jeder kann mithelfen"

Das dachte sich auch Anja Claußen vom Animationsteam der Dithmarscher Wasserwelt und organisierte die Sammlung. Seitdem sammeln Gäste und Mitarbeiter des Schwimmbades, sowie das örtliche Restaurant unermüdlich Plastikdeckel von Wasser-, Saft- und anderen Getränkeflaschen. Innerhalb kürzester Zeit sind so bereits mehrere Säcke zusammen gekommen. Diese konnten dann zur Sammelstelle auf dem Recyclinghof in der Hinrich-Schmidt-Straße gebracht werden. Die Dithmarscher Wasserwelt ist damit eine von mittlerweile 36 offiziellen Sammelstellen. Darüber hinaus wird in vielen Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen ebenfalls fleißig gesammelt.

CD, CD-Rom und CD-Hüllen

CDs sind wertvoller Rohstoff. Auf allen Recyclinghöfen steht ein separates Sammelsystem für CDs bereit.

Compact Discs (CDs) sind für den Restabfall viel zu schade, denn sie enthalten wertvolle Rohstoffe. Aber das ist nicht der Grund, warum die AWD die "Silberscheiben" getrennt sammelt. Die Sammlung erfüllt noch einen guten Zweck. Die CDs werden dem in Preetz ansässigen Verein Pro Cell e.V. zur Verfügung gestellt. Dieser beschäftigt dreizehn Arbeitnehmer, die auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten. Sie packen die angelieferten CDs und DVDs aus und sortieren diese. Intakte CD Hüllen werden an Großunternehmer abgegeben, die die gereinigten und neu verpackten Hüllen für ihre Produkte verwenden.

Sortenrein sortiert gehen die Datenträger zur Weiterverarbeitung auf die Reise nach Sachsen-Anhalt zur Firma Newcycle. CDs bestehen aus hochwertigem Polycarbonat, welches mit einer feinen Aluminiumschicht überzogen ist. Die Schichten werden getrennt und die CDs zerkleinert. Der Kunststoff ist ein wertvoller und begehrter Rohstoff für Stecker und Steckdosen. Aluminium ist in der Metallindustrie sehr gefragt.

Weltweit werden Jahr für Jahr rund 4 Milliarden Tonnen CDs produziert. Sie sind Datenträger für Musik und Hörbücher und finden als kostenlose Beigabe in vielen Zeitschriften oder als Speichermedium Verwendung. In Dithmarschen werden jährlich etwa 130.000 Silberscheiben getrennt gesammelt, das entspricht acht prall gefüllten Big Bags.

Handysammlung hilft der Umwelt

  1. Schwermetalle und andere Schadstoffe landen nicht auf der Deponie oder in der Schlacke der Müllöfen.
  2. Wertvolle Rohstoffe werden zurückgewonnen und verursachen weniger Energieverbrauch als die Stoffgewinnung im Bergbau.
  3. Die Erlöse fließen in regionale Natur- und Umweltschutzprojekte.

Kommunale Entsorger unterstützen die Sammlung von Alt-Handys, indem sie landesweit Sammelboxen auf den Wertstoff- und Recyclinghöfen sowie in ihren Geschäftsstellen bereitstellen.

Die gesammelten Handys werden bei einem gesondert beauftragten Verwerter geprüft. Einige, wenige funktionsfähige Geräte werden weiter verwendet, andere Geräte werden auseinander gebaut. Sofern ihre Bauteile noch intakt sind, werden diese weiter verwendet. Defekte Bauteile werden rohstofflich recycelt. Das spart Ressourcen und schont die Umwelt.

Die durch die Sammlung von ausgedienten Handys erzielten Erlöse – zum Beispiel "Mobile-Box" – kommen in Schleswig-Holstein zu 100% dem „Freiwilligen Ökologischen Jahr SH“ vom Jugendpfarramt der Nordkirche zu Gute.

Das Freiwillige Ökologische Jahr, kurz FÖJ, ist ein Bildungsjahr für junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren, die ein Jahr lang auf einer von über 150 Schleswig-Holsteinischen Einsatzstellen für den Natur- und Umweltschutz und in der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung tätig sind.

Machen auch Sie mit und helfen der Umwelt dreifach! Weitere Informationen finden Sie unter oeko-jahr.de


"Handys für die Umwelt": Deutsche Umwelthilfe startet bundesweite Sammelinitiantive

Deutsche Umwelthilfe legt erfolgreiche Handysammlung mit Rücknahmesystem Mobile Box neu auf – Bürger, Kommunen und Unternehmen sind aufgerufen, sich aktiv an der Sammlung zu beteiligen – Gespendete Handys werden zur Wiederverwendung aufbereitet oder hochwertig recycelt – Jedes abgegebene Gerät schont Ressourcen und schützt die Umwelt – Mit den Erlösen aus der Handysammlung werden Natur- und Umweltschutzprojekte ermöglicht – Neue Kampagnenmaterialien unter www.HandysfuerdieUmwelt.de

(duh - 18.02.2019)

 


FÖJ-Förderfonds ins Leben gerufen

141.000 Althandys sind in Schleswig-Holstein von den Abfallwirtschaftsbetrieben seit 2006 gesammelt worden. Das Jugendpfarramt der Nordkirche hat sie zu Geld gemacht. Jetzt ist auf dem Koppelsberg bei Plön ein Förderfonds für das Freiwillige ökologische Jahr (FÖJ) eingerichtet worden. Er weist einen Kapitalstock von 145.000 Euro auf.

Es geht um Nachhaltigkeit. Bischof Gothart Magaard nannte die Aktion am vergange-nen Freitag wegweisend: „Wir reden, wenn es um die Bewahrung der Schöpfung geht, über gesellschaftliche Aufgaben und es gibt noch viel Spielraum nach oben, im gemeinsamen Denken und Handeln“. Mit dem Erlös will der Förderfonds FÖJ-Sonderprojekte finanzieren. Das könnten der Klima-Vision-Songcontest oder Klima-Sail-Touren sein, auf jeden Fall werden aber Stipendien für ausländische Freiwillige dazugehören.


Hinrich Goos, ehemaliger Projektleiter des FÖJ, war es, der vor einigen Jahren die Sammlung von Althandys anstieß und die in Dithmarschen dank seines Kontaktes zu Landrat Jörn Klimant ihren Anfang nahm. In deutschen Haushalten lagern wohl noch 120 Millionen von ihnen ungenutzt in Schubladen. Und so schlummern wertvolle Rohstoffe in den Schränken. Goos konnte nicht nur die Abfallwirtschaftsbetriebe, sondern auch viele Freiwillige begeistern. Die Zahl der vom Verbund jährlich gesammelten Althandys liegt mittlerweile zwischen 10.000 und 13.000 Stück.

Hier im Kreisgebiet sammelt die Abfallwirtschaft Dithmarschen (AWD) auf allen Recyclinghöfen und im Kreishaus alte Handys. Seit 2006 kamen pro Jahr rund 1.000 Geräte aus Dithmarschen bei den Sammelstellen an. AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha und zahlreichen anderen Vertretern von Abfallwirtschaftsbetrieben im Land übergab Bischof Gothart Magaard zusammen mit der Projektleiterin für die Ökologischen Freiwilligendienste, Birgitt Fitschen, eine Dankesurkunde für den Einsatz und das langjährige Engagement zugunsten des FÖJ.

FÖJ-Einsatzstellen werden in Dithmarschen vom AÖZA in Albersdorf, der Stiftung Mensch und dem BUND in Meldorf sowie dem Eine Welt Laden in Heide angeboten. Weitere Informationen zum FÖJ unter www.oeko-jahr.de.

 

 

Die Abfallwirtschaft Dithmarschen ist seit 2017 Mitglied der Sozialen Allianz.

SAHEL e.V. für A.M.P.O.

Mit einem Waisenhaus in Ougadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, das auf einer ehemaligen Mülldeponie entstand, fing alles für Katrin Rohde an. Die ehemalige Plöner Buchhändlerin und Gründerin des Vereins Sahel e.V. ließ vor über 25 Jahren ihr Leben in Schleswig-Holstein zurück und siedelte nach Burkina Faso um. Dort baute sie 1996 ihr erstes Waisenhaus unter dem Titel „Association Managré Nooma pour la Protection des Orphelins“ (AMPO) auf. Heute werden in zwei Waisenhäusern für jeweils Jungen und Mädchen über 300 Waisen betreut. Weitere Projekte von AMPO sind zum Beispiel eine Behindertenwerkstatt, eine Krankenstation, ein Frauenhaus, Ausbildungsstätten, eine Landwirtschaftsschule und ein Straßenjungenprojekt. Mut machen und zur Selbsthilfe motivieren – das ist das Ziel von Katrin Rohde: „Nachhaltigkeit bedeutet für mich, Eigeninitiative entstehen zu lassen.“ Sie erhielt 2001 für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Weiter Infos über das Projekt unter sahel.de


Die Abfallwirtschaft Dithmarschen (AWD) und der Kreis Dithmarschen - in Verbindung mit der gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft HOELP gGmbH - unterstützen seit Jahren Rohdes Projekt.

Landrat Dr. Klimant, HOELP-Geschäftsführer Martin Meers und AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha überreichten Katrin Rohde am 15. März 2016 im Rahmen des Dithmarscher Nachhaltigkeitsforums einen symbolischen Scheck von 1.600 Euro. Insgesamt beteiligten sich 12 Firmen an der Spende. Landrat Dr. Klimant sagte zur Begrüßung: „Das Nachhaltigkeitsforum dient als Plattform für Ideen und Gespräche. Denn in Anbetracht der aktuellen Flüchtlingssituation, die Kommunen, Länder, Bund sowie die Zivilgesellschaft vor große Herausforderungen stellt, beschäftigen sich viele Menschen auch in Dithmarschen intensiv mit anderen Lebenswirklichkeiten und Kulturen sowie den Hintergründen von Flucht. Katrin Rode als Wanderin zwischen den Welten bietet uns Einblicke in eines der ärmsten Länder der Welt und zeigt auch, wie es möglich ist, Gutes für die Menschen vor Ort zu leisten. AWD-Geschäftsführer Sopha betonte: „Die AWD beschäftigt sich mit Themen wie ‚Menschen in Afrika‘, weil eines unserer Leitmotive lautet: Global denken – lokal handeln. Wir stellen uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung, indem wir zum Beispiel mit unserem außerschulischen Lernort ALADIN und in Kooperation mit HOELP beim Markt der Nachhaltigkeit nachhaltiges Denken und Handeln fördern. Außerdem beschäftigt uns zunehmend Migration in der täglichen Arbeit wie in der Kooperation mit den VHS in Dithmarschen im Rahmen der STAFF-Kurse (Starterpaket für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein).“

Kinder Go Luxor

Der Verein Kinder Go Luxor e.V. , macht es sich zur Aufgabe, gemeinnützige, zivile Initiativen in der Region Luxor, Ägypten, zu fördern, die sich dafür einsetzen, das fruchtbare Kulturerbe der Region zu bewahren und die Lebensbedingungen der Gemeinschaften, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, zu verbessern.

Die AWD unterstützt den Verein rund um Themen des Umweltschutzes und speziell der Müllvermeidung und -entsorgung. Dabei geht es vielmehr um ideelle Unterstützung mit Tipps und Anregungen als um finanzielle Mittel. So stellt die AWD Infomaterialien und ihren reichhaltigen Erfahrungsschatz aus der Umweltbildung zur Verfügung. Sortieranleitungen auf arabisch und von den Kindern und Frauen selbst bemalte Stofftaschen als Ersatz für Plastiktüten sind zwei Beispiele der erfolgreichen Projekte. In Planung ist ein mehrwöchiges Praktikum für Medhat Anis, Vorstandsmitglied von Kinder Go Luxor e.V. und Vorsitzender des ägyptischen Partnervereins „Bewahrung der ägyptischen Identität“, um abfallwirtschaftliches Know-How für die sukzessive und vor allem nachhaltige Umsetzung vor Ort zu vermitteln.

Luxor-Forum